Ratenkauf trotz SCHUFA – ist so etwas möglich?

Schulden machen ist nicht schwer – leider wird diese Redewendung jedes Jahr für Millionen Haushalte in Deutschland zur bitteren Wahrheit. Laut Creditreform Schuldneratlas 2014 lag die Schuldnerquote bei 9,90 Prozent. Anders ausgedrückt: 6,67 Millionen Personen galten im Untersuchungszeitraum als überschuldet.

Die Angaben aus dem Schuldneratlas decken sich mit jenen, die im SCHUFA Kredit-Kompass 2015 veröffentlicht wurden. Die SCHUFA hat – als wahrscheinlich bekannteste Wirtschaftsauskunftei in Deutschland – für 9,2 Prozent der registrierten Verbraucher negative Merkmale aufgezeichnet. Auf der anderen Seite bedeutet diese Zahl aber auch, dass 90,8 Prozent der Verbraucher laut schufa.de nur positiv auffallen. Trotzdem: Wer in seinen Datensätzen bei der SCHUFA negative Merkmale findet, muss mit Schwierigkeiten beim Ratenkauf rechnen.

 

Shopping grün

Abbildung 1: Online-Shopping macht zweifellos Spaß – mit einer negativen SCHUFA-Auskunft ist eine Ratenzahlung jedoch oftmals sehr sehr schwierig. Es gibt allerdings auch Ausnahmen!

Ratenkauf – was ist das genau?

Der Begriff Ratenkauf oder Ratenzahlung sagt eigentlich schon alles. Statt einen Konsumgegenstand, wie beispielsweise:

  • eine neue Digitalkamera
  • den neuen Fernseher oder
  • die Einbauküche

als Einmalbetrag bei Lieferung oder Erhalt zu zahlen, vereinbaren Einzelhandel und Verbraucher die Aufteilung des Kaufpreises in viele kleine Teilbeträge. Auf diese Weise reduzieren sich die Belastungen für die Haushaltskasse des Verbrauchers. Statt lange auf die Anschaffung hin sparen zu müssen, kann die breite Masse Konsumgüter erwerben.

Für den Handel ist der Ratenkauf positiv, da Kaufentscheidungen nicht aufgeschoben werden müssen, sondern ohne Rücksicht auf finanzielle Reserven vorgezogen werden können. Hinterm Prinzip des Finanzkaufs steht in aller Regel die Kooperation der Einzelhändler mit Banken. Letztere stellen die Vorfinanzierung der Konsumgüter sicher.

Entsprechend dieser Tatsache setzt sich die Rate aus:

  •  dem Tilgungsbetrag und
  • dem Zinsteil

zusammen.

Ratenkauf – der Weg in die Schuldenfalle?

Ratenzahlungen sind – gerade im Technik- und Einrichtungshandel – heute Standardzahlungsvarianten. Gerade die einfache Abwicklung und Tatsache, dass sich durch ausgedehnte Laufzeiten auch hohe Summen in kleine Teilbeträge aufteilen lassen, machen den Ratenkauf so beliebt.

Das Problem: Viele parallele Konsumfinanzierungen führen in der Summe trotzdem zu einer hohen Belastung für den Haushalt. Eine Tatsache, die Familien und Singles teilweise unterschätzen. Gerade wenn dann Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen, kann es zu Zahlungsschwierigkeiten kommen. Kündigt die Bank die Finanzierung, landen diese Informationen bei der SCHUFA.

Klappt der Ratenkauf trotz negativem SCHUFA-Eintrag?

Grundsätzlich darf ein SCHUFA-Eintrag nicht per se mit Schulden und Kreditablehnungen gleichgesetzt werden. Hier ist klar zwischen dem negativen bzw. positiven SCHUFA-Eintrag zu unterscheiden. Letztere umfassen etwa korrekt zurückgeführte Verbindlichkeiten. Schwierig wird´s für Verbraucher mit Negativmerkmalen – wie gekündigten Konten oder Kreditverträgen.

Diese führt zu einem nachteiligen Einfluss auf das Kreditscoring. Da in den meisten Fällen auch beim Ratenkauf eine SCHUFA-Abfrage stattfindet, fallen die schwarzen Flecken auf der weißen Weste auf. Das höhere Ausfallrisiko zieht letztlich oft eine Ablehnung des Ratenkaufs nach sich. Aber: Einige Händler gehen andere Wege – und ermöglichen die Ratenzahlung trotz SCHUFA-Eintrag. So wird ein entsprechendes Angebot beispielsweise auf quelle.de zur Verfügung gestellt. Ratenzahlungen ab 10 Euro monatlich in 3,6,10 oder 14 Monaten sind dort offenbar kein Problem.

Ratenkauf trotz Schufa

Abbildung: Ratenkauf trotz Schufa – Trotz niedriger Bonität auf Rechnung bestellen möglich? (Fotoquelle – Pixabay – CC0 Public Domain – feworave)

Was sollte man mit negativem SCHUFA-Eintrag beachten?

Negativmerkmale in den Datensätzen der Auskunfteien zur eigenen Person sind sprichwörtlich ein Stigma. Es wird mit:

  • geplatzten Kreditverträgen
  • eidesstattlichen Erklärungen
  • gerichtlichen Mahnverfahren
  • eröffneten Insolvenzverfahren

deutlich schwerer, Finanzierungen – egal welcher Art – in Anspruch zu nehmen. Selbst der Abschluss eines Postpaidvertrags fürs Handy rückt durch den SCHUFA-Eintrag mitunter in weite Ferne. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Seit einigen Jahren verlangen zunehmend mehr Vermieter eine sogenannte SCHUFA-Selbstauskunft. Ein

Fehltritt vergangener Jahre kann massive Folgen haben. Oftmals helfen in solchen Fällen häufig nur noch spezielle Finanzierungen, Kreditkarten und Handyverträge.

Selbst wenn man sich zu den 90,8 Prozent zählt, die ihre Rechnungen immer pünktlich zahlen – tauchen vermehrt Probleme mit Finanzierungsgeschäften wie dem Ratenkauf auf, sollte man stutzig werden. Es zeigt sich immer wieder, dass nicht jeder Eintrag bei Auskunfteien korrekt vermerkt wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist eine jährliche Prüfung der gespeicherten Daten zu empfehlen.

Tipp: Ob vertragsgemäß erledigt oder nicht – Eintragungen bleiben bei Auskunfteien oft noch nach Jahren bestehen. Bei der SCHUFA wird die Löschung zum Beispiel nach Ablauf des dritten Kalenderjahres nach dem Eintrag vorgenommen. Verbrauchern ist anzuraten, diesen Fakt zu prüfen.

Kreditkarte

Abbildung 2: Kreditkarten lassen sich bei negativer SCHUFA-Auskunft normalerweise auch nur als Prepaid-Variante beantragen.

Ratenkauf am Beispiel Zara Online Shop

Zara ist ein renommierter spanischer Hersteller für Fashion und Accessoires. Neben vielen Filialen in den unterschiedlichsten Orten führt das Unternehmen aus Spanien auch einen eigenen Onlineshop. Neben ohnehin schon günstigen Modeartikeln werden dort auch preislich reduzierte Waren angeboten. Neben der facettenreichen Warenkollektion bietet der Shop auch unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten an. So auch Kauf auf Rechnung und Ratenzahlung. Beide Zahlungsvarianten wickelt der Zahlungsdienstleister Klarna ab. Weitere Informationen zum Ratenkauf / Rechnungskauf kann die inoffizielle Infoseite über den Online Shop von Zara geben.

Fazit in diesem Beispiel: Ratenkauf bzw. Bestellen auf Rechnung wird zwar angeboten, doch ob eine Schufa-Auskunft vom Dienstleister erfolgt ist nicht bekannt.

Fazit: Mit SCHUFA-Einträgen richtig umgehen

Der Ratenkauf ist einfach und bequem. Diese Tatsache darf den Blick auf die Schwierigkeiten nicht verstellen, wenn negative SCHUFA-Einträge zum Problem werden. Egal, auf welche Weise die Negativmerkmale entstanden sind – für die Ratenzahlung sind sie in aller Regel ein K.O.-Kriterium. Spätestens bei der SCHUFA-Abfrage werden sie offensichtlich. Es gibt inzwischen zwar Einzelhandelsunternehmen, die dem Ratenkauf dennoch wohlwollend gegenüberstehen. Wichtig sollten Betroffenen aber immer sein, die negativen SCHUFA-Einträge so schnell wie möglich abzuschließen. Denn durch die Löschfristen von mehreren Jahren wird die SCHUFA-Auskunft erst nach einiger Zeit wieder zur weißen Weste.

Bilder:

Abbildung 1: @ geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Abbildung 2: @ jarmoluk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

One thought on “Ratenkauf trotz SCHUFA – ist so etwas möglich?

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